Calabar
Die Institution
In der Favela Calabar leben 12.000 Menschen auf engstem Raum mitten im Stadtkern Salvadors. Die Einwohnerzahl wächst stetig, was die miserable Lebenssituation der Bewohner weiterhin steigen lässt. Heute ist die Favela zu einer Brutstätte für Gewalt, Kriminalität und Drogenhandel geworden. Immer wieder kommt es hier zu blutigen Übergriffen der Polizei oder Schießereien unter den Drogenbanden, bei denen Todesfälle von Unschuldigen keine Seltenheit sind.
Umgeben ist die Favela von den reichsten Vierteln der Stadt, weshalb die Bewohner der Community unter ständigem Druck von Privateignern und der Stadtverwaltung stehen.
Die Stadt Salvador kommt seit 2006 nicht mehr für die Instandhaltung und Versorgung der Favela auf. Soziale und öffentliche Einrichtungen wie beispielsweise die einzige Schule des Viertels erhalten keine regelmäßige staatliche Unterstützung mehr. In willkürlichen Abständen bekommen einzelne Institutionen wie z.B. die Arztpraxis nur absolut unzureichende Mittel zur Verfügung gestellt. Da der Großteil der Einwohner unter der Armutsgrenze lebt, fehlt es vielen Menschen an einer grundlegenden Versorgung von Trinkwasser, ausgewogener Nahrung und medizinischer Versorgung.
Für die Kinder der Favela gibt es eine Grundschule, die Kapazitäten für 90 Kinder bereithält sowie einen Kindergarten, der 75 Kinder betreut. Alle Kinder, die hier nicht aufgenommen werden können, müssen in anderen Stadtteilen zur Schule gehen, die teilweise viele Kilometer von ihrem Zuhause entfernt liegen. Viele von ihnen besuchen aufgrund ihrer prekären sozialen Hintergründe, geprägt von zerrütetten Familien, Drogenkonsum der Eltern oder Verwahrlosung der Kinder, nur selten die Schule oder vollenden häufig nur die Grundschule.
Community
In den 80er Jahren entstand aus der Armut und der Not der Bewohner Calabars eine Eigeninitiative. Ihr Ziel ist es, durch Hilfe zur Selbsthilfe die Lebensumstände in der Favela zu verbessern und besonders den Kindern der Umgebung bessere Zukunftschancen zu ermöglichen. Sie wird von derzeitig vier Verantwortlichen geleitet, die den Bewohnern jederzeit für Probleme und Notsituationen zur Verfügung stehen, die Ressourcen verteilen und die einzelnen Projekte betreuen. Zu den Erfolgen der Community gehören verschiedene Projekte wie z.B. die Escola Aberta (freie Einrichtung, die den Kindern Freizeit- und Lernmöglichkeiten bietet), ein Kindergarten, eine Bibliothek und eine Näherei.
Unsere Unterstützung
Allen Einrichtungen der Community Calabar fehlt es dringend an materieller, finanzieller und personeller Unterstützung. Insbesondere die Schule benötigt unbedingt finanzielle Mittel, um weiterhin bestehen zu können. Der WCTAG hilft e.V. möchte die Calabar langfristig mit Zuwendungen unterstützen sowie eine Partnerschaft zwischen beiden Institutionen aufbauen. Ziel soll es sein, den Kindern der Calabar regelmäßige Ferienaufenthalte in der Ilha das crianças zu ermöglichen und zu gewährleisten, dass die Kinder das erlernte Wissen in den Workshops der Ilha das Crianças langfristig in ihrer Community weiterlernen und entwicklen können.
Deshalb möchten wir schon jetzt beginnen, Spendengelder für die Calabar zu sammeln, um den Kindern Musik- und Lehrmaterialien kaufen zu können. Wie auch in unseren anderen Partnerorganisationen sind die Kinder hier unglaublich musik- und tanzbegeistert. Gemeinsam mit ihrem Musiklehrer bauten sie aus Plastikeimern Trommeln, auf denen sie fleißig ihre afro-brasilianischen Rythmen üben. Zu diesen Trommelklängen bewegen sich die anderen Kinder in ihren seichten schattenkriegerischen Bewegungen - Capoeira. Wir glauben daran, dass es für diese Kinder sehr wichtig ist, ihre kulturellen Wurzeln und Traditionen wiederzuentdecken und zu kultivieren. Durch Musik und Tanz werden das Selbstwertgefühl und die Selbstachtung der Kinder gesteigert, ein Miteinander geschaffen und ihnen geholfen, Perspektiven und Alternativen für ihre Zukunft zu entwickeln.
Unterstützen auch Sie diese Kinder auf ihrem Weg in die Zukunft! Jede noch so kleine Spende ist ein wertvoller Beitrag. Bitte geben Sie bei Ihrer Spende im Verwendungszweck "Projekt Calabar" an.


